United Bakery Addicted

Next Stop: Lunch! Wir gehen zu “United Bakery” einer norwegischen Kette, wo es Kaffee, Brot, Sandwiches und Süsses gibt . . .  eine Bäckerei / Kaffee

Wir nehmen die letzten Sandwiches, die Mittagszeit ist schon lange vorbei. Normalerweise isst man in Norwegen zwischen 11 und 12 zu Mittag. Ich nehme Serrano Schinken und Brie sowie einen Apfelsaft. Dazu natürlich einen Kaffee. Wir setzen uns ins Freie obwohl es etwas windig ist. Aber durch die Sonne und ein Vordach ist sehr angenehm. Mats arbeitet im Bereich Marketing / Werbung und war ein Jahr in Madrid. Er erzählt mir, dass es zunächst perfekt war, da er von seiner norwegischen Firma ein „norwegisches“ Gehalt bezogen hat. Dann wurden sie verkauft und sein spanisches Gehalt betrug nur noch 800 Euro. Seine Miete allein belief sich auf 700 Euro. Also ist er nach Norwegen zurück gekommen.

Ich nicke während er erzählt und berichte ihm, dass auch in Italien die wirtschaftliche Situation sehr angespannt ist. Ich erzähle ihm, dass Freunde von mir als Praktikant in angesehenen Institutionen, wie der Stadtverwaltung Roms, dem Aussenministerium oder dem Arbeitsministerium ableisten und dafür 300 Euro pro Monat bekommen. Sie sind Arbeitssklaven und am Ende wird ihnen nur ein weiteres Praktikum angeboten!

Nach dem Mittagessen zeigt mir Mats eine Ruine, wo sich im Mittelalter das königliche Schloss befand. Es wurde wegen der Verbindung mit Dänemark wurde das Schloss verlassen und das Schloss in Kopenhagen dient als Sitz der königlichen Familie. In der Tat ist das neue Schloss sehr einfach in modernem norwegischem Stil, weshalb ich dachte es wäre das Parlament. Ausserdem hat mir das Mädchen eine falsche Auskunft gegeben . . . na ja, was kann man schon von einem Mädchen erwarten, zudem von einer Blondine?

Wir kehren zur Hauptstrasse zurück, wo Mats seine Vespa abgestellt hat. Weil es plötzlich regnet warten wir. Wir verabreden für seine Mittagspause am nächsten Tag. Ich gehe zurück wo wir gegessen haben, da es nebenan einen Copyshop und ein paar Kunstgalerien hat. Im Copyshop frage ich nach dem Preis für die Entwicklung von Fotos in Euro. Der Typ der mich bedient scheint neu zu sein und gibt mir die Email seines Chefs um nach dem exakten Preis zu fragen.

Als ich nebenan in eine Galerie gehen will, enthüllt ein Fotograf gerade Bilder von VIPs, Meryl Streep, Naomi Campbell und anderen. Ich verdrücke mich und gehe in den nächsten Durchgang, wo ich einen tollen Pub voll mit Bildern sehe. Ich frage die Bedienung ob sie Fotoausstellungen machen. Sie bringt mich zum Eigentümer. Der stellt mich dem Leiter vor. Es ist ein Typ mit einem Hawaii-Hemd. Auf meine Frage nach einer Fotoausstellung reagiert er sehr interessiert und fragt mich nach meiner zeitlichen Vorstellung. Ich gebe ihm meine Email-Adresse damit wir Details klären können.

Wie ein Erstsemester springe ich zur nächsten Galerie. Ich stelle mich und mein Foto-Projekt vor. Sie scheint interessiert obwohl sie bis 2014 ausgebucht sind und meine Bilder nicht vor nächstem Jahr beurteilt würden. Ich sage ihr, dass das völlig ok ist, da ich nächstes Jahr auch schon ausgebucht bin (total gelogen). So wirke ich glaubwürdiger. Also tauschen wir Visitenkarten aus. Bevor ich gehe werfe ich einen Blick auf die Ausstellung. Schwarzweiss Bilder, Skulpturen die aussehen wie die von Vileda Mocho und Zeichnungen. Ich fühle mich zuversichtlich.

Translated by Wolfgang Hofmann