Grattis prå din Federsetag, Alles Gute zum Geburtstag!

meringata-fragoleWährend meiner Reise versuche ich ein bisschen Schwedisch zu lernen. Ich kann auch schon ein paar Wörter, bin aber noch lange nicht in der Lage eine Konversation damit zu führen. Deswegen lasse ich mir von Frederick sagen, wie man „Alles Gute zum Geburtstag“ auf Schwedisch sagt, damit ich seiner Schwester Maria gratulieren kann. Sie weiß dass ich Italiener bin und sie spricht auch Englisch, wie der größte Teil der Schweden, aber ihr auf Englisch zu gratulieren finde ich irgendwie abgedroschen und ich bin generell lieber originell. Darüber hinaus ist es immer gut zu zeigen, dass man sich selbst als Ausländer für die Sprache interessiert.

Sobald ich also angekommen bin sage ich freudenstrahlend etwas, das wohl buchstäblich „Alles Gute zum Geburtstag“ bedeuten soll.

Maria ist 36 Jahre alt und die kleine Schwester von Frederick, aber ehrlichgesagt wirkt Frederick viel bambiniJünger auf mich. Sie zeigt mir das Haus und führt mich herum. Das Kinderzimmer sieht aus wie aus der IKEA-Werbung: Zwei Altersgenossinnen von Maria, am Boden sitzend, die mit einem Dutzend Kindern spielen, welche allesamt blond sind! Überall Holzspielzeug, Lego und das ganze Zimmer in hellem Holz. Während die Mütter im Zimmer mit den Kindern spielen, sind die Väter draußen und grillen das Fleisch für das Barbecue, auch wenn es wie in Strömen regnet. Aufgrund unserer vorbildlichen Erziehung sagen wir ihnen ganz ladylike „Hallo“. Unter dem riesigen IKEA Sonnenschirm stehen sie völlig durchnässt, einerseits wegen dem Regen, andererseits wegen dem Schweiß, und grillen Maiskolben und Gemüse. LEIF, der Partner von Maria, ist plus minus vierzig Jahre alt, groß und mit Brille und während er sich uns vorstellt hält er in der Hand ein Stück Fleisch. Die Brille ist ganz beschlagen vom Rauch. Der Andere Mann, Kay ein Freund von Leif, ist dunkel und kräftig und Polizist von Beruf. Den hat man besser zum Freund.

heartbreakerBeim Reingehen fragt mich eine von Marias Freundinnen ob ich Schwedisch spreche. Ha! Ist das jetzt also die Gelegenheit ihr zu zeigen, wie perfekt ich Geburtstagwünsche auf Schwedisch verteilen kann?

Aus Fehlern lernt man schließlich.

Als ich mal am Empfang in einem Hotel gearbeitet habe, gab es da eine portugiesische Familie die gehört hatte wie ich mit einer Gruppe Brasilianern auf Portugiesisch gesprochen habe. Also fragten sie mich ob ich Portugiesisch kann. Ich schaffe es nicht mal mehr „Poquino“ zu sagen, da fingen sie schon an in schnellem Portugiesisch auf mich einzureden. Das war der Punkt an dem ich kapiert habe, dass das Portugal-Portugiesisch viel unverständlicher ist als das Brasilianische. Es war als sprächen sie mit mir in Bari-Dialekt. Ich also, da ich mir nicht die Blöße geben wollte und zugeben wollte dass ich absolut nichts davon verstand, nickte zustimmend und fügte ein „Ta bon“ hinzu. Als sie daraufhin strahlten, strahlte auch ich – vielleicht hatten sie ja einen Witz gemacht?

Das alles hätte auch in einer Szene in dem Film „Heartbreakers – Achtung scharfe Kurven“ vorkommen können, in dem Sigourney Weaver so tut als sei sie Russin um sich einen Millionär zu angeln. Der Millionär führt sie in ein russisches Restaurant aus und als der Kellner kommt und sie fragt ob sie ebenfalls aus Russland stamme, versucht sie sich mit Händen und Füßen zu verständigen um zu zeigen, dass sie rein gar nichts versteht und dann letztendlich nickt und „Da..Da..Da“ hinzufügt. Nunja -Klammer zu.

Dieses Mal also bin ich ehrlich und gebe zu, dass ich nur ein paar Wörtchen beherrsche, mit denen ich kein Gespräch aufrecht erhalten könnte. Deswegen unterhalten wir uns auf Englisch.

Sie ist blond und auch wenn ich versäumt habe mir ihren Namen zu merken, erinnere ich mich daran dass sie als Biologin in Obbola arbeitet, also die Stadt in der Maria und Frederick geboren und aufgewachsen sind. Daher kennt sie die Beiden auch schon von Kindertagen an. Die andere Frau hingegen, mit ihrem Kind im Arm, fragt mich ob ich selbst auch Freunde hätte die Kinder haben. Ich erzähle ihr, dass ich erst seit Kurzem Pate einer tollen, kleinen, ein Jahr alten Dame geworden bin – Vittoria! Aber sicher ist, dass ich keine Freunde mit einem privaten Kindergarten im Haus habe. Ich erkläre ihr, dass ich gerade mal 26 bin und die meisten meiner Freundinnen ebenfalls so alt sind wie ich, was sie wiederrum nicht versteht, da ihre Freundinnen ebenfalls die gleiche Altersklasse sind und dennoch Kinder haben die schon in die Schule gehen.

Sie sagt dass sie 30 ist und bereits zwei Kinder hat und das Erste bekam, als sie in meinem Alter war. Ich erkläre ihr wie die Dinge in Italien so laufen. In Schweden ist es deutlich leichter ein Kind zu versorgen als in Italien, vor allem in Hinblick darauf dass dort keine Wirtschaftskrise herrscht.

Außerdem beenden sie hier viel früher die Schule und das Studium, bekommen in der Regel sofort danach eine Festanstellung und sind dann meist nicht älter als 25-26 Jahre. Da ist es nicht so schwer eine Schwangerschaft in Betracht zu ziehen. Dennoch regt mich ihre Antwort zum Nachdenken an. Ich werde wohl eine meiner Freundinnen dazu bewegen müssen schwanger zu werden. Da hätten wir dann den Salat.

Bereits um 16:30 Uhr essen wir zu Abend. Hier in Schweden ist das Abendessen wie ein Buffet aufgebaut. Ich nehme mir ein wenig von Allem. Fleisch vom Grill, gerösteter Mais und Gemüse. Ich probiere auch von den verschiedenen Soßen. Ein Mix aus Butter, Knoblauch und einem regionalen Käse aus Fredericks Heimatort. Zudem probiere ich auch einen Grillkäse, der schmeckt wie „Scamorza“ (Frischkäse) – Halloumi! Zum Dessert gibt’s Torte mit Baiser- und Erdbeerhaube und einer Waldfrucht-Baiser-Füllung. …Schmatz! Ich nehme mir eine Tasse Kaffee, nebendran steht noch die halbe Torte und Maria fragt mich ob ich gerne einen Nachschlag hätte. Und um sie nicht zu enttäuschen willige ich schließlich ein. Während ich jeden einzelnen Bissen genieße, sage ich mir innerlich, dass ich ab morgen wieder auf meine schlanke Linie achten werde. Aber so läuft das immer. Meist beginnt die Diät dann beim Frühstück und hört bereits beim Mittagessen wieder auf.

Gegen 18:30 Uhr verabschieden wir uns von allen, da Frederick um 21:00 Uhr Freunde zum Trinken zu sich eingeladen hat. Danach möchten wir noch tanzen gehen. Sowas wie Vorglühen also!

Translated by  Sarah Klein

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